Lufthansa Cargo beschleunigt Zollprozesse mit FAIR@Link
Das IT-Luftfrachtunternehmen allivate hat Lufthansa Cargo als neuen Kunden für die Plattform FAIR@Link gewonnen. Die Frachtfluggesellschaft nutzt künftig das Modul FRA-OS, um Zollprozesse im Import am Flughafen Frankfurt weiter zu digitalisieren und zu beschleunigen. Zum Einsatz kommt FRA-OS zunächst für die Teile des E-Commerce- und General Cargo-Geschäfts, welche über den Neutralen Frachtübergabepunkt (NFÜP) ausgeliefert werden.
FRA-OS ist ein Baustein von FAIR@Link, der neutralen Plattform für digitale Luftfrachtprozesse am Flughafen Frankfurt. Das Modul unterstützt die zollkonforme Abwicklung konsolidierter Import-Sendungen. Dafür laufen in FRA-OS alle relevanten Zollinformationen zusammen, so dass die Zollprozesse teilweise automatisiert angestoßen werden können. Zusätzlich sind die Sendungen über Statusinformationen auch am Boden lückenlos verfolgbar. Für Lufthansa Cargo steht dabei insbesondere die Möglichkeit der zeitlich verzögerten Gestellung im Fokus.
Üblicherweise muss die zollseitige Gestellung unmittelbar nach der Landung durch den Handlingsagenten erfolgen. Über FRA-OS können berechtigte Teilnehmer die Waren dagegen zeitlich verzögert durch Speditionen mit einer Logistikhalle als Zollverwahrlager am Standort gestellen lassen. „Möglich ist dies durch die Statusverfolgung der Sendungen vom Flieger bis zum Verwahrlager. Dank dieser Transparenz gewährt der Zoll die Durchführung von Gestellungen auf dem gesamten Zollgebiet des Flughafens Frankfurt“, erklärt Matthias Hupka, Geschäftsführer von allivate.
Für Lufthansa Cargo bedeutet die Teilnahme an FRA-OS, dass entsprechend abgefertigte Sendungen einen direkteren Weg durch den Importprozess nehmen können. Die Importware wird vom Vorfeld über den NFÜP – eine schnelle Übergabe- und Abfertigungsstelle für Cargo-Sendungen – an die Speditionen übergeben. Damit entfällt ein Prozessschritt: Bislang wurden diese Sendungen zunächst im Umschlaglager von Lufthansa Cargo zollabgefertigt, bevor sie weitergegeben werden konnten.
„Durch die Möglichkeit der zeitlich verzögerten Gestellung können wir Fracht deutlich früher an die Spedition herausgeben. Insbesondere für die zeitsensitive E-Commerce-Logistik schafft die Beschleunigung der Abläufe spürbare Vorteile für unsere Kunden“, sagt Tobias Braun, zuständiger Projektleiter von Lufthansa Cargo.
Mit Lufthansa Cargo als FAIR@Link-Teilnehmer weitet allivate die Nutzung des Moduls FRA-OS am Flughafen Frankfurt auch geografisch aus. In der CargoCity Süd nehmen bereits rund 90 Prozent der dort vertretenen Handlingagenten und Speditionen an der neutralen Plattform teil.
Der Anschluss von Lufthansa Cargo ist ein wichtiger Schritt für die weitere Digitalisierung der Importprozesse am Frankfurter Flughafen. Je mehr Beteiligte die Plattform nutzen, desto stärker können Zollprozesse standardisiert, Schnittstellen reduziert und Frachtströme am Standort beschleunigt werden.